Familienforschung

 



Neue Erkenntnisse April 2020

Welche Familiennamen trugen unsere Vorfahren im 17. Jahrhundert? Um diese Frage mit den heutigen Recherche-Mitteln noch einmal von Grund auf zu klären beauftragte ich den in der Region heimischen Historiker Dieter Petras, Schlins, mit dem Erfassen und Transkribieren aller relevanten Einträge in den online einsehbaren Kirchenbüchern von Schnifis [1].
Petras's Befunde sind richtungsweisend für die weitere Suche nach Vorfahren vor 1600: 36 erfasste Eintragungen
im Zeitraum von 1617 bis 1704 zeigen, dass es in der Pfarrei Schnifis bis 1653 nur Sterenberger und Störenberger gab, dass Schregenberger einzig 1654, 1655, 1664 (in derselben Familie) sowie 1672 und 1700 auftreten [2], und dass - abgesehen von zwei Scherenberger (im 1657 und 1664) - fast alle weiteren Eintragungen wörtlich einen/eine Sterenberger(in) oder Sterrenberger(in) betreffen. Die Schreibweise Schregenberger hat sich offenbar erst während der Lebenszeit von Andreas (1693-1746) definitiv durchgesetzt. Warum habe ich das nicht schon früher realisiert [3] ?

Ich vermute nun, dass wir vor 1600 Sterenberger waren.
In der Genealogie-Datenbank www.geneanet.org finden wir ab 1615  657 Sterenberger und 37 Sterrenberger, zumeist im schweizerischen Thurgau, zudem 438 Scherenberger, aber bloss 8 (uns bekannte) Schregenberger.
27.04.2020



Neue Erkenntnisse Oktober 2020

Dank freundlicher Unterstützung von Rafael Eggenberger und Harry Stehrenberger - Nachfahren der Stehrenberger von Friltschen / TG -  besitze ich nun eine Ahnenreihe [4], wie auch eine Stammtafel [5] ihrer Vorfahren.
Aus  [4] erfahren wir das erste "Vorkommen des Namens in den Kirchenbüchern von Affeltrangen": Am 06.12. 1613 "heirateten in Affeltrangen Hans Widmer, aus dem Sterenberg, und Margreth Schmid, von Zezikon".
Der erste Eintrag in [5] zeigt einen Jakob Sterenberger, * 1610, der in 1. Ehe mit B. Schärer, in 2. Ehe mit E. Schmid verheiratet war. Nach www.myheritage.ch wurde dieser Jacob 1609 in Friltschen geboren und starb am 21.01.89 in Affeltrangen.
Um eine Verbindung zu unserer Familiengeschichte herzustellen müssen wir einiges über die Sterenberger von Friltschen im 16. Jahrhundert wissen. Der Stehrenberg liegt im ehemaligen Herrschaftsgebiet der Komturei Tobel [6] [7]. Die Gerichtsbarkeit lag nach 1460 allerdings beim eidgenössischen Vogt [8]. Die Quellen über das Leben und Treiben in dieser Gegend sind zahlreich [9]. Es geht nun darum,  darin konkrete Sterenberger-Bezüge aus der Zeit vor 1600 zu finden.
26.10.20


Anmerkungen
[1]  Kirchenbücher von Schnifis
[2]  War diese Namengebung absichtlich? Anlass dazu könnte ein damals wichtiger Schregenberg-
      oder Furtenbach-Bezug gewesen sein (siehe Herkunft vor 1600 ?).
[3]  Ich habe immer angenommen, dass Schregenberger unser wahrer Familienname ist.
      Andere Namensschreibweisen, die Elmar Schallert in seinem Briefwechsel 1971 mit Otmar
      diskutierte, wie Sterenberger, Störenberger, Scherenberger etc., habe ich immer bloss als
      laut- oder schreibsprachlicher Mode, Verlegenheit oder Nachlässigkeit der Schreibenden
      entsprungene Varianten aufgefasst. Warum wohl? Meine Stammtafel von 1958 basiert auf dem
      erst nach 1850 verfassten Schnifiser Stammbuch, Tabula 69, worin eben alle Vorfahren
      Schregenberger heissen. Zudem: In Elmar Schallerts Stammtafel von 1969 - erstellt anhand
      des Seelen-Zedel von Andreas (1693-1746) - wird der Urgrossvater des Verstorbenen
      als Johann Schregenberger aufgeführt. In seinem Brief vom 20.01.1971 an Otmar transponiert
      Elmar mehrere «wörtliche Eintragungen» in den von ihm gerade durchsuchten Schnifiser
      Pfarrbüchern wie selbstverständlich nach Schregenberger......!
[4]  Zwicky von Gunten, J.P. (1978) Ahnenreihen Geschwister Stehrenberger von Friltschen,
     
beginnend mit Mario Stehrenberger * 1960
      Zürich: Genealogisches Institut
[5]  Autor unbekannt (1991)  Stammtafel Stehrenberger.
      Vermutlich in Auftrag gegeben von Alois Stehrenberger-Scherrer  * 1934
[6]  Bühler, H. (1985)  Geschichte der Johanniter'komturei Tobel
 
    
Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte 122
      Frauenfeld: Historischer Verein des Kantons Thurgau
[7]  Brühlmeier, M., Rothenbühler, V., Salathé, A., Strasser, W. (2015) Im Tobel der Busse
      Thurgauische Beiträge zur Geschichte 152
      Frauenfeld: Historischer Verein des Kantons Thurgau
[8]  Die frühere Gemeinde Lanterswil  - mit ihrem Weiler Stehrenberg - sowie die Nachbargemeinde
      Friltschen wurden erst 1996 in die Gemeinde Bussnang integriert.
      Zur Gerichtbarkeit nach 1460 siehe https://dewiki.de/Lexikon/Geschichte_des_Kantons_Thurgau

[9]  https://staatsarchiv.tg.ch/public/upload/assets/11021/Bestaendeuebersicht.pdf