Familienforschung

 


Mein Interesse an Familienforschung wurde früh geweckt. Während der Kriegs- und bis in die 1960er Jahre war „Tante Elsbeth“ Schregenberger aus Bregenz (1913-1974) mehrmals bei uns im Steinhof zu Besuch.
Vater verstand sich ausgezeichnet mit seiner eloquenten Cousine. Als Volksschullehrerin musste sie 1939
ihre arische Abstammung in einer NSLB-Ahnentafel belegen. Mit dem taufrischen Führerschein im Sack fuhr ich
Ende 1955 zu Elsbeth. Sie weihte mich in ihr Familien-Wissen ein. Darauf wollte ich unseren Vorfahren selber nachspüren. Kernfrage: Woher kommen die Schregenberger?


Am 10. September 1956 besuchte ich unsere Verwandten im Walgau. Die Quintessenz einlässlicher Gespräche über unsere Familienherkunft - mit Sr. Martha und Onkel Joseph in Feldkirch, dann  mit Julius und Karl in Düns -
habe ich für mich so festgehalten:


 










 







Die Figur verknüpft einige der heute noch offenen Herkunftsfragen, nämlich die Beziehungen

  •  zum Schregenberg bei Nofels. Wir tragen ja einen Siedlungsnamen!
  •  zum Feldkirchner-Stamm der Furtenbach. Paul Furtenbach(1523 - 1589)  erbaute nach 1540 den Ansitz
     Schregenberg in Nofels [1]. Die Furtenbach zu Schregenberg - 1618 in den Adelsstand  erhoben -
     wohnten dort über Generationen [2]. 
  •  zu alten Nofelser-Familien [3].


1957/1958 verschaffte ich mir einen Überblick über das Vorfahren-Wissen im Familienkreis, über einschlägige Geschichtsforschung, Archive und genealogische Institutionen. Dabei kam ich auch an die ältesten noch vorhandenen Kirchenbücher von Schnifis heran und skizzierte einen Familien-Stammbaum ab Johann Schregenberger, geboren um 1590 ?


1967 ergriff Onkel Otmar (1918-1987) die Initiative zur weiteren Familienforschung im engen Kontakt mit meinem Cousin Martin und mir. Er gewann Elmar Schallert, den damaligen Diözesanarchivar der Diözese Feldkich, für  Nachforschungen vor Ort. Elmar recherchierte von 1969 bis 1974 in Vorarlberger- Archiven über das Leben und Wirken unserer Vorfahren. Zum Schregenberger-Fest 2000 verfasste er später die Geschichte von
Düns im Walgau -
Ein Streifzug von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert.



Für die weitere Suche nach der Herkunft unseres Geschlechtes finde ich folgende Feststellungen
und Vermutungen von Elmar besonders wichtig:


  • In den ältesten erhaltenen Pfarrbüchern von Schnifis erscheinen unsere direkten Vorfahren erstmals in Einträgen
    von 1619: Tod eines Hans Schregenberger am 11.11.1618 „ausserhalb dem Vaterland“ und von 1625: Geburt des Andreas, Sohn des Hans Sterenberger und der Magdalena Marte. Da die beiden Hans nicht identisch sein können, waren die Schregenberger „zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Schnifis und Düns schon in der zweiten Generation (mindestens) ansässig“ [4].
  • “Das völlige Fehlen des Familiennamens Schregenberger in den kanonischen Büchern der Stadtpfarre Feldkirch spricht eindeutig gegen ein Vorkommen dieses Namens in der näheren und weiteren Umgebung von Feldkirch".... "Das einzige mir bekannte Auftreten der Schregenberger in Düns und Schnifis und das Fehlen weiterer Belege für den übrigen Vorarlberger Raum, lässt vielleicht auf eine Einwanderung schliessen“ ....
    Es „wäre immerhin ein Zusammenhang mit dem schweizerischen Kloster Einsiedeln, das ja in Schnifis und Düns eine massgebliche Rolle spielte, möglich. Ich denke mir beispielsweise die Zuwanderung der Schregenberger als einsiedlische Güterverwalter oder Dienstleute, o.ä.“ [5]





Was nun?

Ich mache einen neuen Anlauf zur Klärung der Familienherkunft. Mein Sohn Hans-Christof und Enkel Joël ziehen mit. Es wäre toll, wenn weitere Interessierte aus dem Familienkreis mitmachen würden.


Bisherige Hypothesen sollen von Grund auf geprüft, die Suche nach Verweisen in alten Archiven wieder aufgenommen und weitere Historiker und Familienforscher angesprochen werden, vor allem von Familien,
mit denen wir in irgendeiner Beziehung stehen. Dabei soll auch Geschlechtern wie Sterenberger, Schrägenberger, Schreggenberger [6] u.ä. nachgespürt werden.


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16. Juli 2018




Anmerkungen

[1] nach Franz A. Schatzmann Vom Edelsitz am Schregenberg. In: Heimatkunde der Altgemeinde Altenstadt. Selbstverlag des Verfassers, 1928

[2] Im historischen Roman Die Tuchhändlerin von Christoph Vallaster finden wir ein Beispiel für Schregenberger
als Alias Name. Vallaster schildert, wie seine Urgrossmutter Josepha Leibinger im August 1867 die Hochzeit ihrer Tochter Ludwina mit Leopold Furtenbach von und zu Schregenberg organisierte: „Den aus aller Herren Länder angereisten Schregenbergern“ …“hat sie ein teueres Hochzeitmahl ausgerichtet….“.

 [3] Bei Franz A. Schatzmann (siehe oben) finden wir unter Sagen und Geistergeschichten ein weiteres Beispiel
für Schregenberger als Alias Name: „Schregenbergers Sepp – sein richtiger Name war Josef Vonbrül – kehrte einmal nachts von einer Kartoffelfuhr von Feldkirch heim…..“.

[4]  Brief vom 20.01.1971 an Otmar

[5]  Brief vom 07.11.1971 an Otmar

[6] Finde mich selbst darunter..