Herkunft vor 1600 ?



Im Laufe der Zeit sind im Familienkreis verschiedene Vermutungen über die Herkunft unseres Geschlechtes
vor dem Jahre 1600 angestellt und kolportiert worden. Sie werden im folgenden als spezifische Bezüge
aufgeführt.


Furtenbach-Bezug

Auf meiner ersten "Ahnen-Fahrt" am 10.09.1956 besuchte ich zuerst Sr. Martha (Hermina, 1902 – 1981), Kreuzschwester, Lehrerin im Institut St. Josef, Feldkirch. Gesprächsnotizen von damals zeigen, dass Sr. Martha eine enge Beziehung zwischen den Familien Schregenberger und den Feldkirchner Furtenbach (mit ihrem früheren Ansitz am Schregenberg bei Nofels) angenommen hat. Nach anschliessenden Gesprächen mit Joseph (1896 – 1956) in Feldkirch und mit Julius (1900 – 1969) sowie Karl (1911 – 1981) in Düns gewann ich den Eindruck, dass auch sie einen Furtenbach-Bezug für möglich hielten. Julius sagte mir (sinngemäss): "Unser Haus war das Erste in Düns, ehemals Jagdhaus der Furtenbach zu Schregenberg". Und: "Letztes Jahr fand sich gegen Karls Hausteil zu ein Türpfosten in der Wand mit der Jahrzahl 1670. 1664 ist der Furtenbachsche Sitz am Schregenberg abgebrannt. Vielleicht zogen seine Bewohner in ihr Jagdhaus und bauten es aus".

Otmar (1918 – 1987) erstellte Auszüge aus Franz. A, Schatzmanns Heimatkunde der Altgemeinde Altenstadt [1],
mit der Geschichte von Nofels und darin "Vom Edelsitz am Schregenberg". In seinem Brief vom 17.7.1967 an den Furtenbach-Experten Gerhart Nebinger, Neuburg a. D. [2], schrieb er: "Unser Geschlecht, das heisst Alle,
die unseren Namen führen, sind zurückführbar auf Ahnen, die kurz vor 1625 in Düns/Vorarlberg ansässig wurden. Jedenfalls wurde 1625 der erste Schregenberger in Düns geboren, angeblich als Sohn eines Jagdaufsehers der Familie Furtenbach. Natürlich liegt es auf der Hand zu vermuten, dass wir in irgendeiner Weise mit dem Schregenberg im Vorarlberg zusammengehen und von dort gekommen sind. Ausserdem hält sich über Generationen nicht nur in unserer Familie, sondern auch in der Region von Feldkirch eine hartnäckige mündliche Überlieferung, dass wir irgendwie mit dem Geschlechte der Furtenbach eng zusammenhängen, sei dies nun als Dienstleute dieses Geschlechtes oder als aussereheliche Linie." Otmar fragte dann direkt: "Gibt es irgendwelche Anhaltspunkte, dass im 16. Jh. oder früher eine aussereheliche Furtenbach'sche Linie entstanden ist?"


Schregenberg-Bezug

Ein irgendelcher Bezug der Schregenberger zum Gelände Schregenberg (früher Schrägenberg), dem nördlichen Abhang des Schellenbergs bei Nofels (siehe [1], [3], [4]) wurde im Familienkreis seit eh und je vermutet.
Für Werner Vogt ist der Schregenberg-Bezug evident.


Vonbrül-Bezug

Schatzmann berichtet in [1] auf S. 142/143 von Sagen und Geistergeschichten, darin Nachtvolkgeschichten im Umkreis von Feldkirch. Darunter folgende: " Schregenbergers Sepp – sein richtiger Name war Josef Vonbrül – kehrte einmal nachts von einer Kartoffelfuhr von Feldkirch heim. In der Nähe des Tostner Strässle (St. Wolfgang) hörte er auf einmal liebliche Musik und da war ihm plötzlich, als fahre es wie mit einer feurigen Egge glatt über seinen Kopf weg. Der Tostner Burg zu raste das Nachtvolk". Schatzmann gibt "G. B." als Quelle an.
Otmar schrieb im oben erwähnten Brief an Nebinger: "In einer lokalen Feldkircher Sage wird ausserdem berichtet von einem "Josef Vonbrül, genannt Sepp Schregenberger". Deshalb halten wir auch einen Namenswechsel beim vermutlichen Umzug vom Schregenberg nach Düns für möglich".


Stift Einsiedeln-Bezug

Elmar Schallert schrieb Otmar am 7.11.1971: "Das einzige mir bekannte Auftreten der Schregenberger in Düns und Schnifis und das Fehlen weiterer Belege für den übrigen Vorarlberger Raum, lässt vielleicht auf eine Einwanderung schliessen“ .... Es „wäre immerhin ein Zusammenhang mit dem schweizerischen Kloster Einsiedeln, das ja in Schnifis und Düns eine massgebliche Rolle spielte, möglich. Ich denke mir beispielsweise die Zuwanderung der Schregenberger als einsiedlische Güterverwalter oder Dienstleute, o.ä.“.


Walser-Bezug

Dass die Schregenberger ein Walsergeschlecht seien, hörte ich im Familienkreis schon als Junge und reichte diese Behauptung seitdem fraglos weiter – Düns liegt doch in einer Walsergegend [5]. Auch mein Vater glaubte an unsere Walserherkunft: Im Manuskript seiner Rede zum 80. Geburtstag seines Bruders/meines Göttis Wilhelm (1908 – 1990) bezeichnete er Johann (1848 – 1928) als ihren "Grossvater von Düns, Walser".


Einwanderung von irgendwoher

Bei meinem zweiten Besuch Oktober 1957 in Düns und Schnifis sagte mir Julius (1900 – 1969), sein Vater
habe immer gesagt, die Schregenberger seien ein verarmtes, altes Adelsgeschlecht, und: die Schregenberger
seien ein deutsches Geschlecht.
Elmar schrieb im Brief vom 7.11.1971 an Otmar: "Auf eine Zuwanderung von Gebieten ausserhalb des heutigen
Vorarlbergs könnte auch die anfängliche Unsicherheit in der Schreibweise des Namens hindeuten.
Immerhin muss zugegeben werden, dass eine Umstellung der Silben "er" und "re" bei einheimischen Flurnamen
mehrfach nachzuweisen ist, sodass aus Sterenberger, Scherenberger etwa Schregenberger wurde".
Wir möchten Elmars Vermutung zuspitzen: Angesichts diverser Schreibweisen unseres Familiennamens  (Sterenberger, Stierenberger, Störenberger, Schrägenberger, Scherenberger, Schreggenberger, Schreckenberger) könnten seine Träger von irgendwoher nach Düns gezogen sein und sich der heutige Familienname Schregenberger erst dort herausgebildet und verfestigt haben.



Unbekannte Schregenberger im 2018 erschienenen Buch über Satteins

Peter Erhart, Stiftsarchivar in St. Gallen, hat auf Initiative von Robert Häusle, Feldkirch, eine von 26 Autoren verfasste Chronik seines Heimatortes Satteins herausgegeben [6]. Die Beiträge über Familiennamen und Flurnamen wurden – auf Grundlage von Werner Vogts langjährigen Forschungen – von Dieter Petras, Schlins, redigiert.

Unter den Familiennamen  [7] finden wir auf Seite 273  einen Hans Schregenberger im Jahre 1497, mit der
Quellenangabe: StUbFk  (Stockurbar der Herrschaft Feldkirch, 1612). Dieter Petras hat im Juli 2019 das besagte Urbar im VLA Bregenz für uns durchgesehen, dabei aber keinen Schregenberger zu Gesicht bekommen.
Es wäre allzu schön gewesen, einen Hans zu kennen, der hundert Jahre früher gelebt hätte als die zwei uns bereits bekannten  ...!

Unter den Flurnamen [8] von Satteins finden wir auf Seite 227 eine Flur Schregenberger auf der Alpe Gulm,
mit Bezug "Zu Familienname Schregenberger aus Düns". Die Fotografie von Dieter Petras in [6] S. 68/69 scheint mir von dieser Flur aus aufgenommen. Werner Vogt hatte schon 1977 [10] eine Flur Schrägaberg (unter Satteins, Nr. 322) aufgeführt. Bei unserem Treffen im Juli 2019  meinte er, diese Information komme von Waldaufseher Jakob Malin, einem seiner damaligen Gewährsleute [10], S. 27.
Wer war in welchem Zeitraum Besitzer der Schregenberger-Flur? Wir wissen derzeit bloss, dass die Gemeinde Satteins im Jahre 1601 mehrere Grundstücke auf der Alpe Gulm aufgekauft hat, um ihre Maiensässweiden zu erweitern ( [9], S. 71; [10], S. 206/207 ).



Literatur auf dieser Seite


[1] Schatzmann, F. A. (1928) Heimatkunde der Altgemeinde Altenstadt.
     Nofels: Selbstverlag des Verfassers
[2] Kammerer, J., Nebinger, G. (1955)  Die schwäbischen Patriziergeschlechter
     Eberz und Furtenbach
. Neustadt a. d. Aisch: Verlag Degener
[3] Fiel, K. (1987) Nofels - Geschichte eines Dorfes. Nofels: Selbstverlag des Verfassers
[4] Fiel, M. (Jahr ?) Weinbau in Nofels. http://manfred.fiel.name/Vortrag/Weinbau_Nofels.pdf
[5] Zösmair, J. (1893) Die Ansiedlungen der Walser in der Herrschaft Feldkirch  1300 – 1450.
     Bregenz: Vorarlberger Landesmuseumsverein
[6] Erhart, P. (Hrsg.), (2018) Satteins – Ein Walgaudorf erzählt seine Geschichte.
     Satteins: Gemeinde
[7] Vogt, W., Petras, D., Beitrag in [6]: Familiennamen
[8] Vogt, W., Petras, D., Beitrag in [6]: Flurnamen
[9] Tschaikner, M., Beitrag in [6]: Frühe Neuzeit
[10] Vogt, W. (1977) Vorarlberger Flurnamenbuch I / 3.
      Bregenz: Vorarlberger Landesmuseumsverein